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[Nachgereicht – Februar] Wunder der Magie

Anmerkung:

Diese kleine Fan Fiction entstand für ein „Duck and Goose“ Spiel. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.


 

Wunder der Magie 

Artikelbild - Wunder der Magie

 

Es war schon eine halbe Ewigkeit her, seit die Snapes das letzte Mal gemeinsam an einem Tisch saßen, ohne sich anzufeinden. Der Grund dafür war lediglich Severus‘ elfter Geburtstag.

Er konnte leider nicht viel an der frostigen Familiensituation ändern, wo er sich selbst doch für den Grund dieser hielt. Denn er war ein Zauberer.

Nicht ein solcher, wie man sie von anderen Kindergeburtstagen oder aus dem Zirkus kannte, nein er war ein echter Zauberer und stolz darauf. Weniger Stolz hingegen war sein Vater, Tobias Snape. Dieser hielt seinen Sohn für missraten und gab zu einem großen Teil die Schuld daran seiner Ehegattin Eileen. Tobias wollte nie Kinder haben, aber als Eileen ihm nach ihrer Hochzeit einen Sohn gebar, konnte er das auch nicht mehr ändern. Eigentlich hatte er sich mit der Situation, auch Kind genannt, schon abgefunden und es so akzeptiert wie es nun einmal war, unveränderbar. Doch als bei Severus, mit seinen knapp  3 Jahren, kleine Fünkchen Magie auszumachen waren und Eileen vor Stolz fast Platzte, zog der kleine Junge nur noch mehr den Unmut seines Vaters auf sich.

Severus hatte keine wirklich glückliche Kindheit und daher waren solche Momente, wie ebendieser etwas Besonderes für ihn.

 

Heute war Severus‘ elfter Geburtstag und er wusste ganz genau, was das bedeutete. Er war schon lange vor seinen Eltern wach gewesen und hatte wartend am Fenster seines Zimmers gesessen. Doch eine Eule war nicht in Sicht. Auch nicht, als seine Mutter ihn zum Frühstück holte. Nun saßen sie hier in der Küche und aßen gemeinsam. Severus traute sich nicht so recht zu reden, während sein Vater am Tisch saß und auch Tobias verhielt sich so, als ginge ihn das alles nichts an. Einzig Eileen lächelte aufmunternd und stolz ihren Sohn an.

„Ich wünsche dir alles Gute zum Geburtstag Sev“, sagte Eileen liebevoll und überreichte dem Jungen ein mit weinrotem Krepppapier verpacktes Geschenk. Von jetzt an wird alles besser, fügte sie in Gedanken an. Severus murmelte ein leises Dankeschön und machte sich daran die grüne Schleife zu lösen. Der Junge wusste bereits, was er bekommen würde. Ein Buch. Er bekam immer ein Buch. Seit er den ersten zusammenhängenden Satz lesen konnte, bekam Severus Bücher zu Weihnachten und zum Geburtstag. Severus mochte seine Bücher sehr, denn außer ihnen und der kleinen Lily Evans von nebenan, hatte er keine Freunde. Severus besah sich den braunen Ledereinband des Buches und streichelte fast liebevoll den Titel, der in goldenen Lettern auf den Umschlag geprägt war, als ihn ein Räuspern aus seinen Gedanken riss.

„Ich habe auch etwas für dich“, als diese Worte Severus‘ Gehörgang erreichten, konnte er auch seine Augen mit dem größten Willen nicht daran hindern, weit aufgerissen auf den Ursprung zu starren.

Tobias Snape hatte doch tatsächlich sein weiches Herz entdeckt. Auch Eileen musste kurz nach Luft schnappen. Heute schien ein wahrlich guter Tag für Severus zu sein.

„Es ist nichts Großes oder Bedeutsames, aber da du uns ja nun bald verlassen würdest, schien mir ein Geschenk doch angemessen.“ Auch Tobias wusste, dass Severus heute einen Brief bekommen würde. Und genauso wusste Severus den ironischen Unterton in der Stimme seines Vaters zu deuten. Es war also kein Geschenk zu seinem elften Geburtstag sondern vielmehr ein Geschenk dafür, dass er bald nicht mehr mit ständiger Anwesenheit in seinem Elternhaus glänzte.

So tat der junge Snape wohl gut daran dies einfach hinzunehmen und darauf zu hoffen, dass dieses Geschenk nicht wie die übliche Behandlung durch seinen Vater ausfallen würde. Tobias hatte das Verteilen von Geschenken leider nicht erfunden und so stellte er die Schüssel Erdbeeren mit Sahne einfach vor seinen Sohn, ohne einen weiteren Kommentar zu verlieren. Severus sah erst von der Schüssel zu seinem Vater und von diesem wieder zur Schüssel, ehe er achselzuckend von der Sahne naschte. Soweit wie Verbitterung bei einem Elfjährigen reichen konnte, so schnell war sie beim Anblick der fruchtig roten Erdbeeren auch wieder verflogen. Severus bekam in diesem Moment den Hauch einer Ahnung, was Familie bedeutet.

Und während Tobias und Eileen Snape ihrem Sohn beim Früchtenaschen zusahen, bemerkten sie nicht, wie die das Wunder der Magie etwas veränderte. Ihr Leben und das ihres Sohnes.

 

Natürlich hatte Severus den Brief aus Hogwarts vor 31 Jahren bekommen und der Sprechende Hut  hatte ihn nach Hufflepuff geschickt. Was will man machen, die Wunder der Magie sind unergründlich. Wenn man heute so zurück denkt, hat das wohl keiner kommen sehen, geschweige denn für möglich gehalten. Dennoch ist Severus Lehrer auf Hogwarts geworden – der Schule für Hexerei und Zauberei. Der stets in tiefes schwarz gehüllte junge Mann (mittlerweile) unterrichtet das Fach Wahrsagen und nebenbei Leitet er den Schulchor, welcher zu jeder sich bietenden Gelegenheit auftritt. So auch heute, an diesem wunderbaren sommerlichen Mittwoch. Die letze Klasse hatte Severus gerade in den Nachmittag entlassen und wollte sich eigentlich mal wieder seinem privaten Studium der Muggelkunde widmen, als ihn eine Eule seines Schulleiters erreichte.

 

Lieber Severus,

da heute so ein wunderschöner Sommertag ist, möchte ich dich einladen mit mir und dem Lehrerkollegium am schwarzen See eine Strandparty zu veranstalten.

Mit frechem Grinsen

 

Albus Dumbledore

 

Sofort war die Muggelkunde vergessen und ein breites Grinsen zeichnete sich auf Severus‘ blassem Gesicht ab. Eiligen Schrittes machte sich der Lehrer auf den Weg zu seinen Gemächern. Dort angekommen überlegte er nicht lange, schwang seinen Zauberstab und augenblicklich flogen ihm die Schubladen seines Kleiderschrankes förmlich entgegen. Das wonach er gesucht hatte blitzte in einem fast leuchtendem Pink unter seinen schwarzen Socken entgegen. Seine geblümte Badehose. Ein weiterer Schwenk seines Zauberstabes und er war umgezogen. In all der Eile zum See zu kommen und die Sonne zu genießen hatte Severus aber eines vergessen. Jeder konnte ihn sehen. Halb nackt. Erschrocken drehte er sich noch einmal zu seinem Kleiderschrank um und besah sich im körpergroßen Spiegel. Eindeutig. Er musste sich die Beine wieder rasieren. Ohne noch mehr Zeit zu verlieren eilte der ehemalige Hufflepuff in das angrenzende Bad und drehte den Duschhahn auf.  Völlig in Gedanken an die Party und in guter Laune versunken stand er unter dem prasselnden Wasser und schäumte sich erst das linke und dann das rechte Bein ein. Ehe seine Sommerlaune noch überhandnahm begann er, ohne es zu merken, mit seiner tiefen Bassstimme ein Lied anzustimmen. Und durch das angekippte Badfenster drängten sich die wohlklingenden Töne nach draußen während Severus die Rasierklinge an seinen Haaransatz legte:

I’m A Barbie Girl In the Barbie World. Life In Plastic, It’s Fantastic. You Can Brush My Hair, undress Me Everywhere.Imagination, Life Is Your Creation. Come On, Barbie, Let’s Go Party…” 

Die Wunder der Magie sind unergründlich, selbst für jene, die trotz aschfahler Haut in einer pink-geblümten Badehose gut auszusehen glauben.

 

Ein Stück Irland …

St… wurde vergangenen Donnerstag nach Schmalkalden gebracht. Denn am 17. März war  St. Patrick’s Day, ein irischer Feiertag zu Ehren des heiligen Patrick.

Der VolksGarten 1893 lud an diesem Abend zu feiern ein. Das Guinness floss in Strömen und auch für den kleinen Hunger wurde gesorgt. So standen neben Fish & Chips auch Irish Stew und Sheperd‘s Pie auf der Speisekarte. Wie sich das eben für einen irischen Abend gehört. Ich hatte mich für das Irish Stew entschieden, da ich Sheperd’s Pie schon kannte, und ich wurde nicht enttäuscht. Sehr lecker und empfehlenswert!

Das Beste an diesem Abend war aber nicht das Bier, sondern die Band:

An Beal Bocht – irish folk music

Mit viel Witz und Charme wurde man für ein paar Stunden auf die grüne Insel entführt. Die schönsten Lieder, die je in Irland geschrieben wurden, luden zum Träumen und mitsingen ein. Aber nicht nur musikalisch hatte das Trio so Einiges drauf, auch mit Anekdoten über Paddy & Seamus O´Donoghue aus dem Jahre 1649 wurde man verzaubert.

Ich frage mich, ob es dem halben Schaf gut geht. ;D

Ich habe überlegt, ob ich das Wort authentisch irgendwie im Text unterbringen kann, denn das sind sie zweifelsohne. Meine Vorstellung vom irischen miteinander mag vielleicht verträumt sein, aber genau so stelle ich mir einen Abend in einem Pub in Galway, Ennis, Cork oder sonstwo auf der grünen Insel vor.

Alles in Allem war es ein gelungener und wunderschöner Abend und ich persönlich freue mich schon auf ein nächstes Mal. Und das wird es definitiv geben!

Der VolksGarten 1893 und An Beal Bocht sind auch im Netz zu finden:

An Beal Bocht auf Facebook | Homepage

VolksGarten 1893 auf Facebook | Homepage


 

Gemeinsam lesen #2

Artikelbild - Gemeinsam lesen

 

Cover Verstand und Gefühl 500px1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Verstand und Gefühl von Jane Austen, Seite 109 von 438.

„Hauptfiguren der ergreifenden Geschichte sind die jungen Schwestern Elinor und Marianne Dashwood, die auf ihrer Suche nach Liebe und ehelicher Geborgenheit zwischen Vernunft und Herzensregung hin- und hergerissen sind.“

(Ausschnitt – Klappentext)

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
„Schüchternheit ist nur die Auswirkung eines gewissen Minderwertigkeitsgefühls.“
3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ganz einfach: Ich liebe Jane Austens Romane, und Verstand und Gefühl, steht den anderen in nichts nach. Man muss es einfach gelesen haben!

4. In welchem Buch würdest du den Rest deines Lebens verbringen wollen? (Frage von Hannah)
Das ist eine furchtbar schwere Entscheidung. Es gibt so viele tolle Bücherwelten. Angefangen bei Jane Austen zum Beispiel, oder aber das England im 16. Jahrhundert von Christopher J. Sansom, aber auch die Welt von Kahlan und Richard (Das Schwert der Wahrheit) erschaffen von Terry Goodkind und wenn wir schon bei Terry sind, gibt es ja auch noch die Scheibenwelt von Terry Pratchett. Ich denke sich für den Rest des Lebens auf eine Welt festzulegen wird bei mir nichts *g*. Ich bin ein Weltenwanderer 😉

Gemeinsam Lesen wird veranstaltet von „Schlunzen-Bücher„. Dienstag ist #Gemeinsamlesen Tag, bei mir ausnahmsweise mal ein Mittwoch.

Low Poly Planet – Tutorial

Artikelbild - Tutorials

Die lang gefürchtete vorlesungsfreie Zeit ist wieder da! Sechs Wochen Freizeit wollen wohl genutzt sein. Deswegen habe ich mich dazu entschieden ein paar Tutorials auszuprobieren und hier von Zeit zu Zeit auch vorzustellen. Das Internet ist ja voll davon 😉

Heute gibt es ein YoutTube -Tutorial von Tiedie: Low Poly Planet Earth für Cinema 4D

Es ist tatsächlich, jedes mal aufs Neue, unglaublich, was man alles machen kann und vor allem, wie es am Ende aussieht. Ich lerne bei Tutorials auf jeden Fall immer dazu, nicht zuletzt, weil ich ohnehin mit meinem „Können“ noch ziemlich am Anfang stehe.

Hier also mein Ergebnis zu diesem tollen Tutorial:

planet0001

Gemeinsam lesen #1

Artikelbild - Gemeinsam lesen

Heute habe ich auf  „Der Bücherwahnsinn“ die Aktion #Gemeinsamlesen entdeckt. Veranstaltet wird die Aktion von „Schlunzen-Bücher„. Find‘ ich übrigens total klasse!

Hier also mein aktuelles Buch:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese Zerschunden von Michael Tsokos und bin auf Seite 192.
Cover Zerschunden 500px

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Das Böse hat bekanntlich viele Gesichter, und irgendwie habe ich das Gefühl, dass deinen Totenbeschrifter etwas außerordentlich Böses antreibt.“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Im Einband heißt es: „…basiert auf einem authentischen Fall und echten Ermittlungen“. Irgendwie ist mir das noch nicht ins Bewusstsein gedrungen. ich vergesse beim lesen, das dies keine wirkliche Fiktion sein soll, aber erinnere mich auch daran, was ich so oder so ähnlich einmal gehört habe: Fiktion ist nicht annähernd so grausam wie unsere Realität.

4. Würdest du gerne mal in einer Buchhandlung übernachten und wie würdest du es dir vorstellen? (von Mausis Leselust)
Ich würde sehr gern mal in einer Buchhandlung übernachten, in einer kleinen, gemütlichen. Mit Katze. Es gäbe die ganze Nacht Tee und, weil ich mich zwischen den vielen Bücher nicht entscheiden könnte, würde ich dutzende anfangen zu lesen und die Katze fragen, was sie von diesem oder jenem hält. Der Stapel, mit den Ich-will-die-kaufen-Büchern ist am Schluss sicher größer als mein Kontostand es erlaubt.

[Nachgereicht – Januar] Schon immer und noch ewig

Anmerkung:
Als Geschichte für den Januar, gibt es von mir nun auch endlich was zu lesen. Ich habe mich für den Prolog und das erste Kapitel aus einer älteren Story entschieden. Viel Spass beim Lesen. Anmerkungen und Kritik sind gern willkommen. 😉


Schon immer und noch ewig

Schon immer und noch ewig

Prolog

Ihre langen schwarzen Locken umrahmten ihr Gesicht wie einen Fächer. Ihr Lachen erinnerte unweigerlich an einen Frühlingsmorgen, sonnig und klar. Gemeinsam landeten sie auf dem frisch gemachten Bett. Ihr Atem ging ebenso schwer, wie der seine und das Lachen verklang. Sie sah ihm in die Augen. Tief und klar wie die See, war sein Blick. Man konnte nicht behaupten, dass seine Augen auch so blau wie der Ozean waren, aber die Mischung aus ebendiesem Blau, Grün und einem unscheinbaren Grau, machten sie zu etwas Besonderem. Und den Blick, mit dem er sie in diesem Moment bedachte, zu etwas Unerklärlichem. Zweifel bahnten sich einen Weg zu ihrem Bewusstsein, doch sein Blick und die Tatsache, dass sein Gesicht sich immer mehr ihrem näherte, machten diese Zweifel vergessen. Plötzlich war kein klarer Gedanke mehr zu fassen. Seine samtweichen Lippen befanden sich mitten auf ihren und ein Kuss von dem sie nie gewagt hatte zu träumen, wurde nun Wirklichkeit. Realität in ihrem schönsten Ausmaß.

Das Bild löste sich langsam auf und ihr wurde bewusst, dass sie allein war. Allein in ihrem kalten und dunklen Zimmer. Der Kuss, an den sie sich eben noch erinnerte, war lange schon Vergangenheit. Was war passiert? Wann hatte das Schicksal beschlossen ihr Glück in den Ruin zu treiben und ihre kleine Welt jäh zu zerstören? Nie wieder würde sie sich verlieben, hatte sie sich geschworen und doch war es passiert. An jenem Tag als sie ihn zum ersten Mal traf. An jenem Tag an dem ebenjenes Schicksal beschloss sie aus ihrem Leben zu reißen und das Ganze mit einer engelsgleichen Sinfonie einzuleiten. Sie glaubte schon lang nicht mehr an die Liebe als solche. Für sie war es lediglich eine chemische Reaktion in den unergründlichen Hirnwindungen der Menschheit. Glückliche Pärchen, denen sie auf der Straße begegnete, konnte sie nur milde belächeln. Ein Herz, so behauptete sie von sich, hatte sie schon lang nicht mehr. An der Stelle wo es einmal gewesen war, befand sich jetzt nur noch ein schnödes Organ, welches sie existieren ließ.

 

Tag 1

Jeden Morgen wachte sie auf und ihre Gedanken kreisten schon um die Dinge, die sie an der Arbeit zu erledigen hatte, noch bevor der Kaffee in der Tasse dampfte. Es war ein wunderbarer Herbstmorgen. Die Sonne ging auf und zeichnete goldrote Streifen an den Himmel. Die Luft roch nach fallenden Blättern und der Wind summte leise seine Melodie. Während sie in Eile war, um noch pünktlich vor den Anderen im Büro zu sein, hatte das Schicksal bereits seinen Plan geschmiedet.

„Hannah Morgan am Apparat, was kann ich für Sie tun?“ nahm die junge Frau den ersten Anruf des Tages entgegen. „Hallo, hier ist Finnigan Cerry. Ist Kim zu sprechen?“ Kim Sullivan ist die Geschäftsleiterin des kleinen Unternehmens, in welchem Hannah seit einiger Zeit als Koordinatorin arbeitet. „Tut mir leid Mr Cerry sie ist im Moment noch nicht im Haus. Vielleicht möchten Sie es in einer Stunde noch einmal versuchen oder möchten Sie ihr eine Nachricht hinterlassen?“ „Könnten Sie ihr bitte ausrichten, dass ich den vereinbarten Termin nicht halten kann? Sie weiß dann schon worum es geht.“ „Geht in Ordnung Mr Cerry. Ich richte es ihr aus.“ „Vielen Dank, bis dann.“  Hannah starrte noch eine Weile das Telefon an, als das Gespräch endete. Als sie sich dessen bewusst wurde, schüttelte sie leicht grinsend den Kopf und beschloss sich noch einen Kaffee zu kochen. In der kleinen Küche traf sie auf ihre Kollegin Julia. Sie teilten sich das große lichtdurflutete Büro, jedoch hatte Julia die Angewohnheit regelmäßig zu spät zu kommen. So auch heute. „Hey Han“, begrüßte sie ihre Kollegin, „war schon was los heute? Ich weiß, ich bin schon wieder spät dran, aber ich kann nichts dafür, die Zeit ist eindeutig nicht mein Freund.“ lachte Julia und reichte Hannah die Kaffeekanne. „Bis jetzt ist es noch ruhig, aber ich denke, das kann sich schnell ändern. Immerhin ist heute Dienstag und du weißt ja wie es läuft. Hast du Kim heute schon gesehen? Langsam müsste sie auch hier auftauchen.“ Julia nahm einen Schluck des schwarzen Gebräus ehe sie antwortete, „Gesehen habe ich sie noch nicht, aber ich denke sie wird schon unterwegs sein. Immerhin ist es bereits fast neun Uhr. Warum fragst du?“ „Mr Cerry hat angerufen, er würde einen Termin nicht einhalten können …“ „Ah, ich weiß was du meinst. Es geht um den Server, der spinnt seit letzter Woche schon.“ „Oh, darauf hätte ich eigentlich selbst kommen können. Ich wusste doch, dass ich die Stimme kannte. Ich glaube Finn kann sich was anhören, wenn er das nächste Mal anruft. Mich so aufs Korn zu nehmen ist einfach nicht in Ordnung.“ resümierte Hannah und ein schelmisches Grinsen huschte über ihr zartes Gesicht. „Gehst du schon mal vor Julie? Ich werde noch fix eine rauchen gehen.“ Auf dem Weg zur Raucherinsel am Eingang des Firmengebäudes traf Hannah auf Kim und richtete ihr aus, dass Finnigan Cerry wohl später kommen würde als erwartet.

***

Er stand, nur mit einem Handtuch um die Hüfte, in der Küche. In der einen Hand seinen Kaffee und in der anderen die Zeitung. Sein Mobiltelefon vibrierte auf der Anrichte und zeigte einen unbeantworteten Anruf an. „Vermutlich die Arbeit“, dachte er sich ohne hinzusehen. Es war jeden Morgen das Selbe. Scheinbar hatten seine Kunden keinerlei Schlafbedürfnis. Innerlich seufzend stellte er seinen Kaffee ab und kleidete sich an. Ein letzter Blick auf die Küchenuhr, es war bereits acht Uhr, er schnappte sich seine Autoschlüssel und nun würde auch sein Arbeitstag beginnen.

„Du schnurrst heute wieder wie ein Kätzchen.“ lobte Finn seinen Landrover, während er auf die Einfahrt der Tankstelle bog. Finnigan liebte sein Auto, nicht zuletzt, weil es neu war. Den Land Rover LRX hatte er sich gegönnt. Er brauchte dringend ein neues Auto und da kam ihm dieses Angebot gerade recht. Zwar hatte der Wagen Allradantrieb, was auf den Straßen Irlands ziemlich sinnfrei war, aber dafür fuhr er jetzt auch Spritsparender. Der Wagen brachte außerdem den Bonus, dass er Finns Image aufbesserte. Zumindest dachte man das nach außen hin. In Wahrheit war der Landrover ein unheimlicher Gewinn für Finns Ego. Wie Männer eben so sind.

Finnigan platzierte seinen Coffee-to-go im Getränkehalter und bog auf die N17 während er über die Freisprechanlage versuchte seinen Anrufer vom Morgen zu erreichen. „Hey Finn! Gut, dass du zurückrufst!“ erklang es aus den Lautsprechern. „Hi Brian. Was gibt es denn so dringendes, was nicht bis nach acht Uhr warten konnte?“  „Gut, dass du gleich zur Sache kommst“, ein freundliches Lachen drang zu Finnigan aus der Leitung herüber, „bei uns ist mal wieder der Hauptrechner im Eimer und der große Boss hat sich für heute Mittag angekündigt. Kannst du da was machen?“ Finnigan sah auf die  Uhr  seines Armaturenbretts – schon fast halb neun – in einer halben Stunde sollte er bei Sullivans sein und den Server richten. Finnigan Cerry war seiner Berufung gefolgt und IT-Fachmann geworden. Nach reiflicher Überlegung seinerseits hatte er sich selbständig gemacht und eine mobile Notfall-Hilfe ins Leben gerufen. Das hatte er jetzt davon: eine große Wohnung, einen neuen Wagen und ständig was zu tun. Finnigan überlegte kurz und kam zu dem Schluss, dass Brians Problem auf dem Weg lag. „Ich schau mir den Rechner mal an, aber ihr solltet ernsthaft überlegen euch endlich einen neuen zuzulegen.“ „Danke Finn, du bist unsere Rettung.“ Natürlich war er das, er bekam nicht umsonst solch ein Honorar. Allerdings hatte Finnigan sich das hart erarbeiten müssen und damit schien er auch sein Ego zu rechtfertigen. Kaum war das Gespräch mit Brian, den er seit dem Studium kannte beendet, hatte er auch schon Hannah Morgan am Telefon. Schließlich musste er erklären, dass er sich verspäten würde. Eines hatte Finn im Laufe seiner Karriere gelernt: Lasse niemals einen Kunden warten!

Finnigan kannte Hannah bisher nur vom Telefon, aber mit ihrer Stimme verband er bereits ein Bild, welches ihm erschien, sobald er ihre klare Stimme hörte. Er stellte sie sich groß vor, aber immer noch kleiner als er selbst. Sie hatte rotes Schulterlanges Haar und grüne Augen. Typisch für die Iren. Aber er konnte ja nicht ahnen, dass sie nicht von der Insel stammte.

Hannah zog genüsslich an ihrer Zigarette, als ein silbergrauer Land Rover um die Ecke bog und auf dem Parkplatz Halt machte. Der Wagen bremste so abrupt, dass er Staub aufwirbelte. Hannah schüttelte kaum merklich den Kopf und dachte sich, was für ein Angeber. Leicht angewidert, ob der Arroganz des Fahrers, schnaubte sie den Rauch ihrer Zigarette in die Luft, um ihren Gedanken Ausdruck zu verleihen und blickte gen Himmel. Es sah nach Regen aus. Der Knall der zuschlagenden Autotür lenkte ihre Aufmerksamkeit wieder zurück auf den Fahrer. Hannah blinzelte. Sie vergaß ihre Zigarette und verbrannte sich fast die Finger daran. Was für ein Typ, seufzte ihr Herz. Vergiss es, mahnte ihr Verstand.

***

Mit dem umwerfendsten Lächeln, welches Hannah je gesehen hatte und einem munteren Guten Morgen begrüßte der Mann sie und betrat das Gebäude. Hannah hingegen brachte keinen Ton heraus, lächelte aber nett und sah Finnigan Cerry hinterher. Mit dem letzten Zug ihrer Zigarette meldete sich auch endlich ihr Verstand wieder. Mach dich besser wieder an die Arbeit, als hier irgendwelchen Kerlen hinterher zu gaffen. Du hast eh keine Chance und solltest besser die Finger davon lassen. Hannah bahnte sich mit einem leichten Kopfnicken ihren Weg zum Büro. Allerdings nicht, ohne noch mal einen Blick auf Finnigan zu werfen, der gerade damit beschäftigt war sein Diagnoseprogramm an den Server anzuschließen.  „Gut dass ich dich treffe Hannah. Könntest du bitte für Finn einen Kaffee machen.“ Ohne eine weitere Erklärung, warum sie das nicht selbst tat, ließ Kim eine verwirrte Hannah zurück und eilte in den Geschäftsraum der Buchhandlung.

Das Sullivans war ein kleines Café und eine Buchhandlung in einem. Dazu kam noch der Online-Verlag, den Kim Sullivan ins Leben gerufen hatte, um mehr mit Büchern zu tun haben zu können, als sie bloß zu verkaufen. Hannah war eine der Koordinatorinnen dieses Unternehmens und hatte daher ein ziemlich breites Aufgabenfeld. Ihr Berufsbild ließ sich auch kurz mit ‚Mädchen für alles‘ beschreiben. Sie war sozusagen die gute Seele des Unternehmens, was sie aber nie selbst von sich behaupten oder auch nur zugeben würde. Wenngleich sich ihr Büro auf der oberen Etage des Gebäudes befand, so trieb sie sich doch meist im Erdgeschoss rum und überließ ihrer Kollegin und Freundin Julia Constance das Telefon. Hannah warf ihrer Chefin noch einen kurzen verwirrten Blick hinterher, ehe sie sich dann endlich zum Kaffee kochen durchrang.

Finnigan war bereits in seine Arbeit am Server vertieft, als ihn eine leise Stimme erreichte. „Ich wusste nicht, wie Sie ihren Kaffee mögen, deswegen habe ich einfach mal alles mitgebracht. Ich stelle es hier drüben hin.“ sagte Hannah und deutete auf den riesigen mit Ordnern beladenen Schreibtisch. „Danke“, sagte Finn und ihre Blicke trafen sich. Hannah schlug das Herz bis zum Hals und sie bekam Angst, er könne es sehen. Oh mein Gott, diese Augen. Schnell wandte sie den Blick ab und murmelte noch ein keine Ursache und machte sich schnellen Schrittes auf in ihr Büro.

***

Finns Arbeitstag war nicht weniger stressig als sonst. ‚Komm schnell her‚ … ‚wir versinken im Chaos‘  … ‚du musst uns helfen‘ … all diese Floskeln hatte er heute mehrmals hören müssen, doch nur einer von den vielen Aufträgen heute hatte es in sich – der bei Sullivan’s. Schon auf der Heimfahrt hatte Finnigan seinen besten Kumpel angerufen. Er würde sich mit Brian im gemütlichsten Pub von Milltown treffen. Finn musste reden, nicht wie es die Frauen tun würden, eher wie zwei Kerle … nagut fast so wie es Frauen tun würden.

Milltown war mit seinen rund sechshundert Einwohnern nicht groß, aber wenn es etwas hatte, dann Pubs und kleine Restaurants. Finnigan war vor einigen Jahren hier her gezogen, als er es im großen Galway nicht mehr aushielt. Ein Jahr später hatte er sich selbstständig gemacht und fuhr nun quer durch das County. Was im Großen und Ganzen betrachtet denselben Effekt hatte, wie in einer Großstadt zu leben. Das Henry’s war wohl der kleinste Pub in Milltown und auch der versiffteste und gemütlichste. Finnigan kam oft hier her – nicht, dass er Alkoholiker wäre, nein – aber im Henry’s bekam man gutes hausgemachtes Essen für wenig Geld. Und warum Energie ins Selbstkochen investieren, wenn man es so viel einfacher haben konnte. In dieser Hinsicht war Finn Pragmatiker.

Brian ließ nicht lange auf sich warten, kurz nachdem Finn sein Essen und ein Guinness bestellt hatte, betrat er den Pub. „Na Schatz, wie war dein Tag?!“ begrüßte Brian seinen Kumpel, mit einem neckischen Blitzen in seinen Augen. Finn grinste dämlich und spielte mit. „Hach, du weißt ja wie das ist, Liebling. Ein Anruf hier und ein Telefonat dort und bei allen herrscht niemals endendes Chaos.“ Theatralisch seufzend stützte er seinen Kopf auf die Hände. Die Kellnerin brachte das Guinness und nahm Brians Bestellung auf. ‚Kerle‘, murmelte sie und ging augenrollend weiter ihrer Arbeit nach. „Jetzt mal Spaß bei Seite, was gibt es neues bei dir?“ fragte Brian, dem der Blick der Kellnerin wohl nicht entgangen zu sein schien. „Bei mir ist eigentlich alles beim Alten …“, versuchte Finn herumzudrucksen. „Erzähl keinen Quatsch, ich seh‘ dir genau an, dass es da etwas gibt. Das hat schon beim Studium nie funktioniert.“ Finnigan wollte Brian von Hannah erzählen, dennoch war er dankbar, dass in diesem Moment sein Essen kam. Sheperd’s Pie, ein typisch irischer Auflauf, genau das was er nach diesem Tag brauchte – eine Menge Kohlehydrate, um sich den Bauch vollzuschlagen, in der Hoffnung, dass das anschließende Fresskoma nicht nur seine Motorik, sondern auch seine Gedanken lähmte.  Gerade, als sich Finn die Gabel mit Erbsen und Käse überhäufte, fiel ihm ein, dass Brian immer noch auf eine Antwort wartete. „Sie sieht ganz anders aus, als ich sie mir immer vorstellte … „ begann Finn.“ „Wer? Die kleine aus dem Büro vom Sullivan’s?“ Es war nicht das erste Mal, dass Finnigan seinem Kumpel von Hannah erzählte, doch dieses Mal war es anders. Dieses Mal konnte er sich nicht seiner Phantasie hingeben, denn nun wusste er wer sie war, wer hinter der Telefonstimme steckte.

Wooly Stories: 12 Monate – 12 Geschichten

Artikelbild WoStDie Guten Ideen sind eben immer ein wenig spät dran.

Mit Wooly Stories möchte ich die Gelegenheit nutzen und mich wieder mehr dem Schreiben widmen. 12 Monate – 12 Geschichten ist, wie der Name schon sagt, eine Aktion für das ganze Jahr. Jeden Monat möchte ich eine neue Geschichte schreiben, oder eine alte überarbeiten. Vielleicht werde ich sogar noch vor dem #NaNoWriMo (November) mit meinem Mammut-Projekt „Haze“ endlich mal richtig anfangen und vielleicht über die Monate ein paar Kapitel schreiben.

Mit von der Partie ist auch meine liebe Freundin Dany von Pinfeather Tales und ihr Schreibverrückten da draußen seid recht herzlich eingeladen auch mit zu machen. Wir schreiben und posten unter dem Hashtag #12WoSt – damit uns auch keine Geschichte entgeht.

Bis dahin und viel Spaß wünscht euch eure Penny.

 

HoLEdge – Ein „Science meets Design“ Konzept

Im Rahmen meines Studiums habe ich dieses kleine Video erstellt:

Science meets Design war eine Sonderaustellung der Intermediale Schmalkalden. Hierzu sollten wir ein Konzept passend zum Thema erdenken.

Konzept:

SmD HoLEdge

Auf Anfrage, beschreibe ich auch gern, wie das Video entstanden ist.

[Wissen ist Macht] Unternehmensführung Kapitel 2.2 – Corporate Responsibility

Artikelbild Wissen ist Macht - UnternehmensführungCorporate Responsibility

Corporate Governance Perspektiven

  1. Interne Perspektiven
  • Rollen, Kompetenzen und Funktionen, sowie das Zusammenwirken der Unternehmensorgane (Vorstand, Aufsichtsrat, Hauptversammlung)
  1. Externe Perspektiven – Verhältnis der Träger der Unternehmensführung zu den Bezugsgruppen des Unternehmens (Stakeholder9

Grundprinzipien

Gewaltenteilung, Transparenz, Eindämmung von Interessenkonflikten, Unabhängigkeit der Organmitglieder, Qualifikation der Organmitglieder,  Motivation der Organmitglieder zu wertorientierten verhalten

Regulierungsebenen

1. Gesetzliche Vorschriften:

Ergebnis eines parlamentarischen Verfahrens, für alle Adressaten des Gesetzes bindend

2. Ungesetzliche Vorschriften („soft law“):

Generelle Codizies, unternehmerisch individuelle Leitlinien

→ regulatorische CG Rahmenbedingungen in Deutschland

Deutscher Corporate Governmence Kodex (DCGK)

Gesetzgebender Kodex, AG 8→GmbH), jährliche Überprüfung

Teile: Präambel, Aktionäre & Hauptversammlung, Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat, Vorstand, Aufsichtsrat, Transparenz, Rechnungslegung und Abschlussprüfung

3 Arten von Bestimmungen:

  1. Muss-Vorschriften
    1. Wiederholungen der gesetzlichen Vorschriften
  2. Soll-Vorschriften
    1. Empfehlungen, bei denen die Empfehlungsabweichungen offenzulegen und zu begründen sind
    2. Transaktionsgesetz – CG-berichte, comply on explain
  3. Kann-Vorschriften
    1. Abweichungen auch ohne Offenlegung möglich

Corporate Social Responsibility

Nachhaltigkeit: ökologisch, sozial, ökonomisch → Code of Businessconduct (Grundsätze Rechtmäßigen Verhaltens)

Corporate Citizenship

Mix: Unternehmensspenden, Social Sponsoring, Unternehmensstiftungen, gemeinnütziges Arbeitnehmermanagement


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